2. UCI-Weltcup 2007 am 12. Mai 2007 in Gifhorn
Löwen sorgen für "kleine Sensation"   
Radball-World-Cup: Gifhorner bezwingen SNA Gent II
Ingo Rowold verletzt sich schwer

   
Von Matthias Schultz
 
GIFHORN.
Sportlich und organisatorisch kann der RSV Gifhorn mit seinem im Sportzentrum Süd veranstalteten World-Cup hoch zufrieden sein. Die schwere Verletzung von Torjäger Ingo Rowold warf allerdings einen großen Schatten auf das Radball-Event.
 
Die Szene, die die Halle in einen tiefen Schock versetzte, ereignete sich im zweiten Gruppenspiel der Gifhorner. Der amtierende Weltmeister RV Hechtsheim stürmt auf das RSV-Gehäuse zu, schießt den Ball an den Pfosten – der mit vollem Drall direkt auf das Auge von Ingo Rowold flog.
 
Die Verletzung entpuppte sich als Riss des Tränenkanals am Auge. Der Torjäger musste noch am selben Tag im Braunschweiger Klinikum an der Salzdahlumer Straße operiert werde. "Es steht eventuell noch eine zweite Operation an, da die Netzhaut abgerissen sein könnte", erklärte sein Bruder Frank.
Kurz vorher hatten die beiden Gifhorner noch für "die kleine Sensation gesorgt". Im ersten Gruppenspiel gegen SNA Gent II bogen die Rowold-Zwillinge einen frühen 0:2-Rückstand zur Halbzeit in ein 2:2 um.
Nach der Pause gelang Ingo Rowold sogar das 3:2 – der unverhoffte Sieg war nun Realität. "Unglaublich. Schon mit einem Unentschieden wäre ich hoch zufrieden gewesen", sagte Frank Rowold nach dem Überraschungs-Coup.
 
Die restlichen drei Gruppenspiele verloren die Löwen dann ebenso wie das Spiel um Platz 7. "Mehr war auch nicht zu erwarten. Dafür war das Feld zu stark", erklärte Frank Rowold. Seinen Bruder Ingo ersetzte im Übrigen Andreas Minuth, der sonst in der Zweitvertretung aufläuft, ab Spiel 3.
 
Den World-Cup in Gifhorn gewann – wie vorher vermutet – die Mannschaft vom RV Hechtsheim. Der amtierende Weltmeister und World-Cup-Titelverteidiger fegte seine Gegner wie ein Wirbelsturm weg. Selbst die 3:4-Vorrundenniederlage gegen den RC Höchst schmälerte die Leistung des späteren Siegers keineswegs.
"Sie haben verdient gewonnen, waren die beste Mannschaft des Turniers", lobte Frank Rowold die wohl beste Mannschaft der Welt, die durch eine brillante Technik, Perfektion im Zusammenspiel und Variationen des Spieltempos bestachen.
 
Im Finale trafen die Rheinland-Pfälzer abermals auf Höchst. Doch diesmal hatten die Österreicher keine Chance, mussten sich den Hechtsheimern mit 0:4 geschlagen geben.
Ebenfalls herausragend präsentierte sich der Ginsheimer Kevin Creel, der mit insgesamt 17 Treffern Torschützenkönig wurde. Die erst kurz vor Turnierbeginn nachgerückten Ehrenberger sorgten mit ihrem vierten Turnierplatz für eine weitere Turnier-Überraschung.
Montag, 14.05.2007  Quelle: Braunschweiger-Zeitung
Vorrundenspiele Gruppe 1                      Vorrundenspiele Gruppe 2
 
Gent 1:Svitavka 14:4
Gifhorn:Gent 23:2
Ehrenberg:Ginsheim3:4Zagreb:Hechtsheim3:8
Oftringen:Svitavka 17:4Höchst 1:Gent 22:1
Gent 1:Ginsheim2:5
Gifhorn:Hechtsheim0:6
Ehrenberg:Oftringen4:2Zagreb:Höchst 11:6
Ginsheim:Svitavka 16:3Hechtsheim:Gent 26:0
Oftringen :Gent 15:4
Gifhorn:Höchst 10:4
Svitavka 1:Ehrenberg3:4Zagreb:Gent 24:4
Oftringen:Ginsheim3:2Hechtsheim:Höchst 13:4
Gent 1:Ehrenberg1:3
Gifhorn:Zagreb2:5
Endstand Gruppe 1                      Endstand Gruppe 2
 
-VereinTorePunkte  -VereinTorePunkte
 
1.Ginsheim17:1191.Höchst 116:512
2.Ehrenberg14:1092.Hechtsheim23:79
3.Oftringen17:1493.Zagreb14:204
4.Gent 111:1714.
Gifhorn5:173
5.Svitavka1:2115.Gent 27:151
Finalspiele
                                                               
Spiel um Platz 9 und 10Svitavka:Gent 28:2
 
1. HalbfinaleGinsheim:Hechtsheim2:9
 
Spiel um Platz 7 und 8Gent 1:Gifhorn1:0
 
2. HalbfinaleEhrenberg:Höchst 14:8
 
Spiel um Platz 5 und 6
Oftringen:Zagreb8:4
 
Spiel um Platz 3 und 4Ginsheim:Ehrenberg4:3
 
FinaleHechtsheim:Höchst 14:0
ENDSTAND
 
SpielerVereinWeltcup-Punkte
 
1.Thomas Abel / Christian HessHechtsheim50
2.Simon König / Dietmar SchneiderHöchst 145
3.Kevin Creel / Roman MüllerGinsheim40
4.Rico Rademann / Tino KebschEhrenberg35
5.Rafael Stadelmann / Andreas ZauggOftringen30
6.Michael Posedi / Jasmin FazlicZagreb25
7.Peter Martens / Patrick GeldorfGent 120
8.Frank und Ingo Rowold (Andreas Minuth)
Gifhorn18
9.Pavel Loskot / Radim LepkaSvitavka16
10.Ryan De Baene / Gery CoventGent 214
Sieger des 2. UCI World Cup Turnier 2007 in Gifhorn
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     Thomas Abel und Christian Heß
Weltmeister 2006, Hechtsheim
Nächster Triumpf für Hechtsheim: World-Cup-Sieg in Gifhorn
 
Die Serie der Erfolge für BDR-Mannschaften wird langsam unheimlich. Auch beim 2. diesjährigen UCI- World-Cup in Gifhorn, dem einzigen in Deutschland, waren deutsche Teams tonangebend und Weltmeister und Gesamt-World-Cup-Sieger 2006 Hechtsheim (Thomas Abel – Christian Heß) holte sich nach Gent schon den 2. Sieg in Folge. Damit verteidigten sie souverän das Trikot des World-Cup- Führenden vor Höchst I. Diese beiden Gesamt-World-Cup-Sieger der beiden letzten Jahre bestimmten auch in Gifhorn klar das Geschehen, während im restlichen Feld jeder jeden schlagen konnte.
 
Es gab relativ spannende Vorrundenspiele. In Gruppe 1 entschied bei Punktgleichheit die Tordifferenz die Halbfinalteilnahme zugunsten der beiden Bundesliga-Teams aus Ginsheim und Ehrenberg. Ginsheim hatte gegen Ehrenberg mit einem Glücksschuß aus 8 Metern Entfernung nach dem Schlusspfiff zum 4:3- Sieg gut vorgelegt und ließ sich auch von Gent I und Svitavka nicht stoppen. Trotzdem war man mit 9 Punkten noch nicht durch, denn Ehrenberg und Oftringen blieben gefährlich dran. Gegen Oftringen konnte sich Ginsheim zwar eine Niederlage mit 2 Toren Differenz erlauben und es wurde tatsächlich ein Zitterspiel, denn die Chancen der Eidgenossen waren da. Das 2:3 reichte, um auf jeden Fall vor Oftringen zu bleiben mit der besseren Tordifferenz. Nun waren noch die Kaderkameraden aus Ehrenberg gefordert, die gegen Gent I einen Sieg mit 2 Toren Differenz brauchten, Gent I dagegen wollte nicht höher als mit 2 Toren verlieren, um Platz 4 der Vorrunde zu halten. Das logische Ergebnis: 3:1 für Ehrenberg, zum Leidwesen von Oftringen.
 
Die Vorrundengruppe 2 stand sportlich ganz im Zeichen der Turnierfavoriten Hechtsheim und Höchst I, aber letztlich doch im Schatten einer schweren Verletzung bei Gifhorns Torwart Ingo Rowold. Dieser bekam nach 12 Sekunden der 2. Halbzeit bei 0:5-Rückstand einen vom Torpfosten abprallenden Ball voll aufs Auge. Da er Haftschalen trug, verursachten diese eine schlimme Augenverletzung, die sofort in der Augenklinik Braunschweig operativ behandelt wurde. Als Ersatzmann zum nächsten Spiel wurde Andreas Minuth aktiviert, aber die World-Cup-Stimmung bekam einen Knacks.
Das Spiel um Platz 1 in dieser Gruppe wurde von beiden Teams nicht mehr ganz so ernst genommen, denn die Konkurrenz Gifhorn, Zagreb und Gent II spielten unter sich nur noch Platz 3 aus. Für die Statistik machte Höchst I mit 4:3 Toren den Gruppensieg perfekt.
 
In den Platzierungsspielen musste Gent II, obwohl sie eigentlich ihr besten World-Cup-Turnier spielten, gegen Svitavka doch mit dem 10. Rang vorlieb nehmen. Vor der heimischen Prominenz mit Schirmherrn Bürgermeister Manfred Birth schaffte es die Verlegenheitsbesetzung von Gifhorn nicht, eine denkbar knappe 0:1-Niederlage gegen Gent I zu vermeiden. Wertvolle Erfahrung hat Oftringen sammeln können, knapp schrammte man am Halbfinale vorbei, aber mit Platz 5 gegen Zagreb wurde die gute Tagesleistung mit nur einer Niederlage belohnt.
 
Im 1. Halbfinale zwischen den Trainingspartnern aus Hechtsheim und Ginsheim demonstrierte der Weltmeister Technik, Perfektion im Zusammenspiel und Variationen des Spieltempos zum deutlichen 9:2 -Erfolg. Mehr Spannung hatte man sich vom Treffen Ehrenberg gegen Höchst I versprochen. Trotz Power-Radball mit hohem Tempo von Ehrenberg scheiterten die Thüringer (waren kurzfristig für Cronenburg eingesprungen) immer wieder an der internationalen Reife des 3-maligen WM-Dritten und verloren deutlich mit 4:8 Toren.
Es blieb das Spiel um Platz 3 gegen Ginsheim und hier wollte man Revanche aus der Vorrunde nehmen. Trotz einer 2:1-Führung fuhr Ehrenberg die Angriffe zu wild vor und Ginsheim konterte perfekt, wobei Creel (17 Turniertreffer !) immer goldrichtig stand. Mit dem 4:3-Erfolg war Keeper Roman Müller stolz: „Endlich stehe ich in einem internationalen Wettbewerb auf dem Treppchen und höre die deutsche Nationalhymne“ (Anmerkung: für den Sieger Hechtsheim gespielt).
 
Im Traumfinale standen sich Hechtsheim und Höchst I gegenüber. Die Team neutralisierten sich fast, denn aus vielen Spielen kennen sie sich haargenau. Hechtsheim hatte den Vorteil, durch Heß Mitte der 1. Halbzeit 1:0 in Führung zu gehen. Fast 10 Minuten gab es Taktik pur, Hechtsheim musste nicht leichtfertig schießen und Höchst I wartete auf Fehler des Gegners. Erst in den beiden letzten Minuten legte Schneider das pure Abwehrverhalten ab und ließ den Hechtsheimern Platz zum Torschuß und dieses Angebot nahm Abel in Klassemanier dankend zum 2:0 an. Damit war das Spiel gelaufen und die Tore zum 4:0 in der letzten Minute waren fast geschenkt.
 
Trotzdem gingen die Gedanken aller Spieler an ihren Kameraden Ingo Rowold, der hoffentlich bald wieder gesund aus dem Krankenhaus entlassen wird.
Quelle: H.-D. Kuhlmann, Hannover
14.05.2007: Ingo aus Krankenhaus entlassen!
 
Er hatte Glück im Unglück, denn seine Augen- verletzung stellte sich als nicht so gefährlich dar.
Das rechte Augenlied und der Tränenkanal war gerissen. Zum Glück wurde die Netzhaut nicht verletzt.
Wir wünschen unserem Sportkameraden
Ingo Rowold baldige Genesung!
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